FDP . Die Liberalen
Marc Schlieper
Freiheit. Gemeinsinn und Fortschritt.

Jedem seinen Gartenzwerg – Wahlfreiheit statt kollektiver Zwang

erstellt am: 30.06.2016 | von: marc | Kategorie(n): News

Der Gemeinderat hat am 15. Juni 2016 mehrheitlich dem neuem Eishockey- und Sportarena auf dem Vulkan-Areal in Altstetten zugestimmt, d.h. der Zürcher Schlittschuhklub erhält von der Stadt einen jährlichen Betriebsbeitrag von 2 Millionen Franken, ein rückzahlbares, verzinsliches Darlehen von 120 Millionen Franken und die Gewährung eines Baurechts.

.
Auf der für das neue Eishockeystadion vorgesehenen Fläche befinden sich ca. 120 von insgesamt 320 Familiengärten des Kleingartenareals. Die Stadt Zürich verpachtet die Fläche an den Familiengartenverein und hat diesen im Jahr 2009 von einer möglichen Umzonung informiert. Ersatzmöglichkeiten für die betroffenen Kleingartenflächen will die Stadt auf dem Areal „Dunkelhölzli“ in Altstetten mit neuen Gartenflächen schaffen. Es sind aber keine individuellen Parzellen geplant, sondern ein Kleingartenareal mit verschiedenen vorgegebenen bzw. regulierten „neuartigen“ gemeinschaftlichen Gartenformen.

.
Ein wesentlicher Punkt wird sein, dass in gewissen Zonen beispielsweise Gartenhäuschen oder Gestaltungsvarianten nicht mehr erlaubt sein werden. Aber genau das Gegenteil  macht den Reiz eines Schrebergartens aus: Denn ein solcher Garten wird auch von vielen als Flucht vom Alltag und ihrer Etagenwohnung angesehen und als ihren Erholungsort bzw. Rückzugsoase genutzt. Dort kann der Benutzer seine Ruhe und seine individuelle Freiheit geniessen. Gemeinschaftsgärten bzw. kollektives Gärtnern, wo alles kollektiv vorgegeben ist, ist gerade das nicht, was der im Arbeitsprozess stark eingebundene und reglementierte Bürger mit der Verweigerung der Gestaltungsfreiheit auf seinem noch so kleinen «fleckchen Erde» genannte Schrebergarten erwartet. Konflikte sind somit vorprogrammiert.

.
Damit die individuelle Nutzungsweise «Familiengarten» auch am neuen Ort weiter betrieben und gelebt werden kann, habe ich einen Vorstoss mit genau dieser Forderung mitunterzeichnet, damit auch am neuen Standort die Wahlfreiheit zwischen dem eigenem Familiengarten und Gemeinschaftsgarten gleichberechtigt bestehen bleibt. Die Linken wollen ein individuelles Wahlrecht verhindern. Es darf nicht sein, dass ein Individuum einem kollektiven Zwang ausgeliefert ist, was im gedanklichen Ansatz eher an die unrühmliche Vergangenheit vor 1990 in einigen Europäischen Ländern erinnert. Wehret den Anfängen, auch wenn sie scheinbar nicht erheblich sind.

.
Um was geht es bei der Wahlfreiheit? Es geht um die individuelle Entscheidungsfreiheit zwischen Alternativen ohne ideologische Indoktrination wählen zu können. Willkür ist zu vermeiden. Willkür ist ein unbegründeter Zwang, wenn eine Rechtsanwendung ohne sachlichen Grund angewendet wird. Die Wahlfreiheit grenzt sich vom Kollektivismus ab. Der Kollektivismus ist im Extremfall eine Gleichmacherei der Menschen und zielt letztlich auf eine Auflösung unserer freien Gesellschaft.

 

Erschienen im Juni 2016 (Züriberg)

Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

captcha

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

 

Kontakt | Sitemap | Impressum
Theme by schlaepfer.com
powered by wordpress